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Landkarte der Mobilfunkuser
Handy-Nutzungsdaten sorgen für neue Geografie
20.09.2005


 red

Handyuser zeichnen mitunter ein ungewöhnliches Stadtbild. Das MIT erstellte eine mobile Landkarte von Graz.

copyright © MIT
Die steirische Hauptstadt Graz aus dem ungewöhnlichen Blickwinkel der Handynutzung.
Mit Daten von Mobiltelefonen ist dem "SENSEable City Laboratory" am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ein Projekt gelungen, das die steirische Hauptstadt Graz aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel zeigt. Die US-Forscher haben aus den Nutzungsdaten der Handys eine dreidimensionale Landkarte erstellt, die lokale Höchst- und Niedrigstwerte darstellt. Zur Verfügung gestellt wurden die anonymen Daten von der mobilkom.

In dem Projekt wurden drei Arten von Tracking-Daten verwendet: die Häufigkeit von Anrufen, Ursprung und Ziel der Telefonate und eine regelmäßige Standortüberprüfung der Geräte. Diese Informationen waren die Grundlage für computergenerierte Fotos, die übereinander gelegt das Mobiltelefonverhalten der Grazer abbilden. "Es ist das erste Mal, dass es uns möglich war die Dynamik einer Stadt in Echtzeit abzubilden", sagt Projektleiter Carlo Ratti. "Es bieten sich nun neue Möglichkeiten für urbane Studien oder für die Stadtplanung. Unser System schafft ein Echtzeitabbild einer Stadt und hilft den aktuellen Zustand zu beurteilen und schnell auf Krisensituationen zu reagieren."

Das MIT-Projekt bedient sich an der Handy-Tracking-Technik, die in den vergangenen Jahren zunehmend ausgereifter wurde. "Die Lokalisierung von Handys hat schon zur Aufklärung von Verbrechen und Festnahmen von Verdächtigen geführt. Wir haben uns dieser Technik nun bedient, um Landkarten aus Sicht der Mobilfunknutzung zu erstellen", so Ratti. Das gesamte Projekt ist ab 1. Oktober im Kunsthaus Graz im Rahmen der Ausstellung M Stadt zu sehen.



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